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Zehn Dinge, die Sie über das Schülerpraktikum wissen müssen

Petra Ernst, Praktikumsbeauftragte an der Alten Landesschule. (Foto: Dennis Schmidt) Petra Ernst, Praktikumsbeauftragte an der Alten Landesschule. (Foto: Dennis Schmidt)

KORBACH. Zwei Wochen schnuppern Schüler aus Korbach mindestens in fremde Betriebe hinein. Praktikum nennt das die Schule, eine "riesen Erfahrung" so mancher Schüler. Petra Ernst, zuständig fürs Praktikum bei der Alten Landesschule, gibt Antworten auf zehn wichtige Fragen.

Petra Ernst koordiniert seit 2003 das Praktikum an der Alten Landesschule Korbach. Im Interview erklärt die Englisch- und Erdkundelehrerein, warum es wichtig ist, Schüler mal vor die Schulpforte zu setzen, was ihre Erwartungen sind und was das Ganze mit Kopfnoten zu tun hat.

1.) Für viele Schüler ist das Praktikum in der Neunten der erste Kontakt zur Berufswelt. Die Auswahl will also gut überlegt sein. Wie finde ich aber den richtigen Praktikumsplatz?

Petra Ernst: Es geht dabei ja vor allem um die eigenen Bedürfnisse. Was macht Spaß, wofür interessiere ich mich? Wir haben von der Schule aber auch eine Betriebsliste im Internet stehen, da finden sich alle Materialien zum Schülerpraktikum der Alten Landesschule.

2.) Wie breit sind die Betriebe gestreut?

Unsere 137 Schüler sind in rund 70 Firmen in Korbach untergekommen. 18 Firmen lagen außerhalb. Fritzlar und Kassel sind in diesem Jahr die weitesten Ziele.

3.) An was orientieren sich die Schüler bei der Auswahl?

Ich kann sagen, an was sie sich Gott sei Dank immer weniger orientieren: an den typischen Geschlechterrollen. Die werden aufgebrochen. Wir haben 2014 einen Jungen im Kindergarten. Gleichzeitig geht ein Mädchen zur Bundeswehr. Das ist schön.

4.) Wie werden die Schüler in den Betrieb eingebunden?

Das ist ganz unterschiedlich. Aber unserer Erfahrung nach müssen die Schüler nie nur Kaffee kochen oder den Papierkorb leeren. Wir von der Alten Landesschule besuchen mit fünf Kollegen die Schüler und machen uns immer einen Eindruck.

5.) Gibt es denn generell Berufe, die sich Schüler "abschminken" können?

Bei der Polizei ist ein Praktikum derzeit leider nicht mehr möglich. Ansonsten gibt es je nach Beruf unterschiedliche Voraussetzungen: Bei Ärzten ist es beispielsweise klar, dass die Schüler viel zugucken müssen. Selbst Hand anlegen geht schließlich nicht. Bei anderen Berufen gibt es mehr Freiheiten. Manchmal werden auch Träume wahr: Eine Schülerin wollte bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ein Praktikum machen – sie hat es geschafft und war überglücklich.

6.) Auf was müssen sich die Schüler heutzutage im Berufsleben einstellen?

Es ist stressiger geworden. Da braucht man also eine gewisse Gelassenheit. Vor allem im Gesundheitswesen ist das meiner Erkenntnis nach so.

7.) Mit welchen (falschen) Vorstellungen gehen die Schüler in ihr Praktikum?

Bei manchen ist das sehr erstaunlich: Sie haben einen richtigen Plan für die zwei Wochen. Andere sind da eher blauäugig…

8.) Zwei Wochen außerhalb der Schule – was bringt das den Schülern?

Die Schüler sollen die Berufswelt das erste Mal kennenlernen und sich ausprobieren. Dabei ist es wichtig, dass sie nicht zu Mama und Papa in den Betrieb gehen; das passiert gelegentlich. Wichtig ist aber das "flaue Gefühl" im Magen, dass sie auf etwas Neues stoßen. Ich merke immer wieder, dass sich die Schüler hinterher verändert haben.

9.) Welche Veränderungen an den Schülern stellen Sie fest?

Sie sind erheblich freundlicher. Sie sagen morgens auch mal "Guten Morgen". In den Firmen wird eben Wert auf korrekte Umgangsformen gelegt, rumlümmeln geht da nicht.

10.) Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Schülerpraktikum?

Ganz einfach: Gute Kopfnoten. Denn die soziale Kompetent ist unheimlich wichtig. Ich werde vorher oft belächelt, aber hinterher sagen die Schüler zu mir: "Sie hatten Recht."

Letzte Änderung amDienstag, 04 Februar 2014 17:14
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