×

Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 998

Menu

Gastkommentar: Keine Zeit für gutes Essen

  • geschrieben von 
(Foto: Dennis Schmidt) (Foto: Dennis Schmidt)

KORBACH. Heute äussert sich unser Gastkokommentator Maik Oledemann zum Thema Lebensmittel, Diät und Gesundheit.

 

"Jeden Tag werden wir von der Lebensmittelindustrie mit genialen Werbesprüchen, Anzeigen, TV-Spots und Bannern bombadiert. Ob "Diät Pommes" bei Burger King, oder der "Schlank am Strand"-Diät von Dr. Pape mit Bratwurst, Eis und Pommes oder den versprochenen "29 Kilo leichter Effekt" mit Abnehmsteinen und dergleichen mehr: Wir werden pausenlos von dieser Welle des Schönheitswahns, gesunder Ernährung und  Idealbildern berieselt.

Mit Erfolg wie man sieht. Die Lebensmittelindustrie verdient so viel Geld wie noch nie, ist einer der bedeutensten Wirtschaftszweige in Deutschland und bechäftigt rund fünf Millionen (12%) aller Erwerbstätigen hierzulande.

Fest steht allerdings auch: Natürliche, gesunde Produkte werden nach einiger Zeit schlecht, das ist aber ein normaler Vorgang, ein Alterungsprozess. Unnatürlich ist hingegen, dass ich verpacktes Vollkornbrot wochenlang im Brotschrank aufbewahren kann, um es dann genüsslich zu verspeisen. Es wird nicht hart, es wird nicht schimmelig und durch Geschmacksverstärker bekomme ich Lust auf mehr.

Der Zeitfaktor ist entscheidend

Die Frage darf gestellt werden, warum der Verbraucher sich mit diesen industriell gefertigten Gerichten und Lebensmitteln abfindet. Die Erklärung ist einfach: Die Zeit fehlt den meisten Konsumenten. Familie, Kinder, Job, Zweitjob, Drittjob lassen den Menschen schon lange keinen Spielraum, sich um kulinarische Genüsse zu kümmern.

Der Bürger geht in die Pommesbude anstatt sich in einem vernünftigen Restaurant mit frischen Lebensmitteln bedienen zu lassen. Dass diese vermeintlich gewonnene Zeit aber lediglich auf einem Zeitkonto des Körpers gutgeschrieben wird und er sich später dieses Zeitkontos bedient, darüber denken in Zeiten von Stress, Werbung, Hektik und Überlebenskampf die wenigsten nach. 

Soziale Strukturen zurück holen

Wie war das noch zu Großmutters Zeiten? Da wurde aus dem Garten, den Feldern und Wäldern das zur Jahreszeit passende Gemüse geerntet und eingekocht. Alle packten an, es wurden im Familien-und Freundeskreis gemeinsam Apfelgelee eingemacht, Herbstfrüchte gesammelt und beim Schlachteessen zur Feier des Tages selbstgemachtes Brot gegessen und "Aufgesetzter" getrunken. Die sozialen Strukturen innerhalb der Familien waren fest zementiert.

Die Schwächeren wurden von den Stärkeren mitgenommen. Heute sind bereits Kinder und Jugendliche innerhalb der Familie isoliert, die Kommunikation erfolgt durch Tablet-PC oder durch das Schreiben von SMS. Diese Faktoren fördern das Frustessen. die Kinder werden immer dicker und müssen mit den Spätfolgen dieser Politik irgendwann kämpfen."

Was denken Sie über das Thema? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

Letzte Änderung amDienstag, 05 November 2013 19:07
Nach oben

Nachrichten

Themen

Meinung

Multimedia

Soziale Medien

Hanseportal