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Stadtverordnetenversammlung: Parkdeck "so lang wie möglich" weiter nutzen

Fallen in der Korbacher Innenstadt Parkplätze weg? Das enge und veraltete Parkdeck wird in der jetzigen Form zumindest nicht erhalten werden können. (Symbolfoto: Dennis Schmidt) Fallen in der Korbacher Innenstadt Parkplätze weg? Das enge und veraltete Parkdeck wird in der jetzigen Form zumindest nicht erhalten werden können. (Symbolfoto: Dennis Schmidt)

KORBACH. "So lange wie möglich" hinauszögern: Das marode Korbacher Parkdeck soll nach dem Willen der Parlamentarier weiterhin genutzt werden. Indes könnten bereits in zwei Jahren der Abriss oder eine umfassende Sanierung anstehen, wenn die Gutachter Recht behalten.

"Überrascht" war ein Wort, das am Donnerstagabend während der Parlamentssitzung im Rathaus häufig fiel. Überrascht waren die Vertreter mehrerer Fraktion darüber, dass das Parkdeck innerhalb eines Jahres derart baufällig geworden sei. Denn der Betonbau wird jährlich untersucht. Doch bisher hatte das Bauamt keine Informationen darüber weitergegeben, wie es um das Parkdeck wirklich steht. "Warum ist das jetzt auf einmal so dringend?", fragte Manfred Figge (CDU).

Es wäre ein Fehler, Parkplätze zu vernichten. Andreas Ruppert, CDU

Bei einem Abriss empfinde Manfred Figge "erhebliche Bauchschmerzen". Denn ob in der Stadtlage tatsächlich genügend Parkplätze vorhanden seien, sei nicht sicher. Das sah auch Fraktionskollege Andreas Ruppert so: "Es wäre ein Fehler, Parkplätze zu vernichten", argumentierte er mit Blick auf den Plan, ebenerdig zu bauen. Umstritten war seine These, dass sich die Investitionen nach 20 Jahren amortisiert hätten. "Wir zahlen jedes Jahr auch 20.000 Euro für die Unterhaltung", warf Bürgermeister Klaus Friedrich ein.

Eine bessere Kommunikation mit der Verwaltung mahnte Maik Hartwig (Freie Wähler) an: "Demnächst sollte man uns frühzeitig informieren. Es gab vorher keine Infos. Den Bau müssen wir so weit nach hinten schieben, bis es nicht mehr anders möglich ist." Die plötzlich notwendig werdende Ausgabe sei bei Belastungen für Einwohner und Firmen, die 2013 beschlossen worden waren, nur schwer zu vermitteln.

Wir müssen schnell reagieren können. Helmut Schmidt, SPD

Das erstellte Gutachten sieht vor, dass alle drei Monate eine Sichtprüfung stattfinden muss. Zwei Jahre sei der Betrieb noch möglich. Alle Parkplätze lägen ihm am Herzen, berichtete der Rathauschef. Durch eine bessere Anbindung des Parkplatzes an der Straße "Hinter dem Kloster" seien "20 Parkplätze" hinzuzugewinnen.

Dass bereits jetzt ein Plan B für den Tag der Tage ausgearbeitet wird, forderte Helmut Schmidt (SPD): Das Parkdeck solle "so lang wie irgend möglich" genutzt werden. Doch wenn der Tag X gekommen sei und ein Betrieb nicht mehr möglich sei, müsse man "schnell reagieren" können. Das Parkdeck sei zu eng, stehe aber "in bester Lage".

Auf die Möglichkeiten nach einem Abriss wies vor allem Daniel May (Grüne) hin: "Gut wird es, wenn wir danach das neue und das alte Zentrum verbinden können", freute er sich, die damals eigens abgerissene Stadtmauer wieder errichten zu können und so die Fußgängerzone mit der Altstadt zu verbinden.

Bei allen Planungen forderte Arno Wiegand (FDP), dass die Umsetzung der neuen Straßenführung überdacht werden müsse.

Drei Möglichkeiten für das Korbacher Parkdeck

In der vergangenen Woche hatte das Bauamt in den beiden Fachausschüssen des Parlaments Bericht erstattet und drei Varianten vorgestellt. Eine umfangreiche Sanierung würde rund 700.000 Euro verschlingen und wäre wahrscheinlich nur innerhalb weniger Jahre überhaupt noch möglich. Variante Zwei sieht den Abriss des 40 Jahre alten Bauwerks vor. An dessen Stelle könnte ein neues Parkdeck entstehen. Die letzte Variante stieß allerdings bei den Stadtverordneten auf die größte Gegenliebe: Parkdeck abreißen, ebenerdig neue Parkplätze schaffen und die Chance nutzen, das Gelände wieder attraktiver zu gestalten. Diese Variante soll das Bauamt verfolgen, mit den Planern ein Vorgehen ausarbeiten und von Anfang an die Kosten berechnen und im Blick halten.

Disclaimer: Ursprünglich hatten wir geschrieben, dass die Sanierung "Millionen" kostet. Dies ist falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Letzte Änderung amSamstag, 15 Februar 2014 16:01
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