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Städte verzichten auf Einschränkungen

KORBACH. Es saust und zischt, knallt und blitzt: Für die meisten Bewohner des Landkreises gehören Raketen und Böller an Silvester einfach dazu. Doch mit der Freude sind auch Gefahren verbunden.

Heute beginnt in den Läden der Verkauf von Feuerwerkskörpern. Viel Hoffnung ruht auf den Batteriefeuerwerken („Cake-boxen“): Seit vergangenem Jahr dürfen die Hersteller das Doppelte an Effektmasse verarbeiten.

Wer wann wo was abfeuern darf, ist in Deutschland in der „Verordnung zum Sprengstoffgesetz“ geregelt. Privatpersonen dürfen Feuerwerkskörper der Klasse II nur an den drei letzten Arbeitstagen im Jahr erwerben; sie müssen älter als 18 Jahre alt sein. Sogar Kleinstfeuerwerk der „Kategorie 1“ dürfen nur Kunden erwerben, die älter als zwölf Jahre sind. Gezündet werden dürfen die gekauften Artikel nur in der Zeit zwischen 31. Dezember, 0 Uhr, und 1. Januar, 24 Uhr.

Die Städte und Gemeinden dürfen die Silvestersause einschränken oder verbieten. Im Landkreis macht von diesem Recht aber keine der großen Städte Gebrauch. Grund genug gäbe es: Neben der erhöhten Feuergefahr in den historischen Fachwerkkernen kommt allerhand Unrat hinzu, der erst nach und nach den Weg in die Abfalltonne findet.

„Wir setzen ganz auf die Vernunft der Leute“, heißt es aus dem Korbacher Rathaus. In den vergangenen Jahren habe es keine Probleme gegeben. Auch in Bad Arolsen und Frankenberg sieht man die Sache ähnlich und hofft auf den gesunden Menschenverstand. Die Ordnungsämter weisen aber darauf hin, dass der verursachte Müll nach dem Spektakel entsorgt werden muss.

In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Schreckensmeldungen: Mit schweren Hörschäden, Augenverletzungen, Verbrennungen oder anderen Verletzungen beschäftigten sich in den Silvesternächten Krankenhäuser, Ärzte, Hilfsorganisationen und die Polizei. Das Hessische Landeskriminalamt hat deshalb Tipps für den sicheren Umgang mit dem ohrenbetäubenden Augenschmaus zusammengestellt.

Die Produkte müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) geprüft und zugelassen sein. Eltern sollen darauf achten, dass Feuerwerkskörper und Raketen weder in die Hände von Kindern noch von Jugendlichen gelangen. Feuerwerkskörper sollen nicht am Körper getragen werden. Außerdem sollen wegen der erhöhten Brandgefahr keine größeren Mengen Feuerwerkskörper zu Hause gelagert werden.

Vor das Zünden setzt das LKA die Gebrauchsanweisung. Ein Balkon-Feuerwerk soll vermieden werden. Zur zusätzlichen Sicherheit gehören Türen und Fenster geschlossen, damit sich keine Raketen in die Wohnung verirren.

Das Abbrennen von Böllern und Raketen ist in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen verboten (zur Sicherheit: siehe auch unsere Tipps).

Das LKA warnt davor, vorher alkoholhaltige Getränke zu genießen, da der Alkohol die Reaktionszeit verlängert und die Risikobereitschaft erhöht. Feuerwerkskörper, die nicht zünden, sollen liegen gelassen und nach einer Wasserdusche weggeräumt werden.

Der Handel will in den kommenden Tagen 115 Millionen Euro umsetzen - 60 Prozent davon sind Raketen und Böller.

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