Menu

Korbacher Biogas: "BI Lebenswertes Korbach" begrüßt und warnt gleichzeitig

(Foto: BI) (Foto: BI)

KORBACH. Die "BI Lebenswertes Korbach" begrüßt die Pläne der Biogasanlagenbetreiber in Richtung Lelbach, aus der vorhandenen Anlage mehr Leistung herauszuholen. Allerdings habe die Anlage auch einen Pferdefuß.

Derzeit ist eine Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes vorgesehen. Bei gleichem Einsatz und gleichem Schadstoffausstoß kann so mehr Strom erzeugt werden. Allerdings sei bundesweit die anfängliche Euphorie um Biogasanlagen verflogen. 
Der erzeugte Strom sei mit Stromentstehungskosten von 13 bis 23 Cent  neben dem Strom aus Off-Shore Windanlagen der teuerste und habe eine schlechte Ökobilanz. "Pro erzeugter Kilowattstunde fallen nach Angaben des Umweltbundesamtes 
233 Gramm Kohlendioxid an. Auf großen Flächen wird inzwischen Mais für Biogasanlagen angebaut, der mit hohen Mengen an Ackergiften und Dünger erzeugt wird, die das Grundwasser belasten und die Artenvielfalt vermindern. Die Pachtpreise für Nahrungsmittel erzeugende Landwirte steigen", bilanziert die "BI" kritisch.

Auch der Schadstoffausstoß der Lelbacher Biogasanlage sei "beachtlich und trägt schon jetzt zur schlechten Korbacher Luft bei". Mit jährlichen Emissionen von 10.200 kg Stickoxiden, 2700 kg Methan sowie 5740 Tonnen Kohlendioxid sei die Anlage der drittgrößte Luftverschmutzer in Korbach, haben die Mitglieder errechnet. Dazu kommen noch die auf den umliegenden Feldern aufgebrachten Gärreste, die zusätzlich das Korbacher Grundwasser mit Nitraten belasten.

"Tricksereien der Stadtverwaltung"

Die "BI" fordert, dass bei den anstehenden Planänderungen festgeschrieben wird, dass nicht mehr Mais als derzeit eingesetzt wird und der Schadstoffausstoß nicht erhöht werden darf. Auch sollten sich die Betreiber verpflichten, dass kein genveränderter Mais in der Anlage eingesetzt wird. 
Harald Rücker, Vorsitzender der BI: „ Auch die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenverbrauch der Anlagenerweiterung müssen ordnungsgemäß auf städtischen Flächen erfolgen. Hier hatte es zuletzt beim neuen Raiffeisen-Industriegebiet Tricksereien der Stadtverwaltung zulasten der Natur gegeben. Wir werden darauf achten, dass es diesmal besser läuft."

Nach oben

Nachrichten

Themen

Meinung

Multimedia

Soziale Medien

Hanseportal