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Korbach in den Sixties und Seventies: Der Schinderhannes (Teil IV)

Die Schülerband „The Magic Faces!" mit (v.l.) Horst B., Jeff K. und Ferdi S. (Fotos: Kirchhoff) Die Schülerband „The Magic Faces!" mit (v.l.) Horst B., Jeff K. und Ferdi S. (Fotos: Kirchhoff)

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KORBACH. Die Erinnerungen an das rockige Korbach der Sixtees und Seventies unseres Autors Jeff Kirchhoff gehen in die vierte Runde. Diesmal blickt er auf nur seinen "Schuppen" – den Schinderhannes.

"Von Glamour konnte keine Rede sein. Unansehnlich war er, irgendwie marode, verkommen, vielleicht sogar etwas baufällig: Unser Schuppen, der Schinderhannes – Korbachs erste Stereodiskothek.

Auch innen, alles etwas improvisiert, ein wenig hier gehämmert, ein bisschen Farbe dort, ein paar Latten da, ein riesiger Spiegel für die selbstverliebten Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne. Ein Bollerofen für die kalten Tage, Sitzgruppen aus angeschmiergelten Baumholz, wie man es eher in einer Jagdhütte vermuten würde.

Die Theke zog sich um den Bereich des Diskjockeys herum. Überall farbige Scheinwerfer, rundherum pflegeleicht, eine Bude eben, eine Bruchbude besser, aber wir liebten sie. Wir, die wir nicht den Weg der gebügelten Schlaghosen, polierten Beatlesstiefel und getafteten Haaren gegangen waren, trafen uns dort.

Nicht wie die Beatles!

Hier im Hannes, da gab es jeden Abend Party, nicht vom Feinsten, eher rustikal, laut, dröhnend aber immer progressiv. Aus den Lautsprechern dröhnten  Amon Düül, Uriah Heep, Deep Purple, Rolling Stones und alle Bands, die nicht so sein wollten, wie die Beatles.

Keine Anzüge, keine Schlipse, keine Pomade in den Haaren. Hier im Schuppen, bildete sich sowas wie eine alternative Szene der eben ganz anderen Art. Und damit, so erinnere ich mich, unterschieden wir uns von den dann folgenden neuen Diskotheken wie Crazy Alm Hütte, Scotch Club und wie sie alle hießen.


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Letzte Änderung amMittwoch, 26 Februar 2014 23:02
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