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Christkindwiegen: Weihnachtsfreunde zum Anfassen

Nicht auf dem Turm, sondern am Fuße der Kilianskirche vor den Portalen sagen die Weihnachtsfreunde in diesem Jahr. (Fotos: Sascha Pfannstiel) Nicht auf dem Turm, sondern am Fuße der Kilianskirche vor den Portalen sagen die Weihnachtsfreunde in diesem Jahr. (Fotos: Sascha Pfannstiel)

KORBACH. So gut zu hören waren die Weihnachtsfreunde beim Christkindwiegen wohl noch nie: Grund dafür war, dass die traditionellen Korbacher in diesem Jahr nicht auf dem Turm, sondern am Fuße der Kilianskirche ihre Choräle sangen. Die Arbeiten zur Sanierung des Turmhauben-Gebälks ließen den Gesang vom Umgang aus in diesem Jahr nicht zu.

„Viele Menschen in Korbach haben sich Gedanken gemacht darüber, ob das Christkindwiegen nicht auf einem anderen Turm stattfinden sollte“, sagt Hermann Küthe als Sprecher der Weihnachtsfreunde. So seien der Tylenturm, der Schlauchturm der Feuerwehr oder gar der Georg-Victor-Turm auf dem Eisenberg vorgeschlagen worden. Doch nicht nur für Küthe „gehören das Christkindwiegen und die Kilianskirche einfach zusammen“. Dass die Gruppe von etwa 75 Männern diesmal vor den drei Portalen und an der nach Osten gewandten Seite (also hinter dem Altarraum am Kirchenschiff) des alten Gotteshauses sang, bezeichnete Küthe als „historisch“. Alles sei jedoch besser als das traditionelle Singen ausfallen zu lassen.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Singen am Heiligen Abend - am nächsten Morgen um 7 Uhr war es zumindest eine Handvoll Besucher. Während die Sänger üblicherweise ihre Laternen vom Turmumgang herablassen, war auch dies beim besonderen Christkindwiegen nicht möglich. Stattdessen hielten sie Laternen hoch - so wie ihren alten Brauch.

Zum Brauch gehört es seit Jahrzehnten auch, dass die Gruppe sich nach dem morgendlichen Singen im Sozialraum des Rathauses zur eigenen Weihnachtfeier trifft - neben den Gesangsterminen die einzige Zusammenkunft der Männer im Jahreslauf. Dabei singt man gemeinsam Lieder, hört lustige oder auch nachdenkliche Geschichten und sammelt Geld für den guten Zweck: Rund 400 Euro waren es aktuell. Das Geld soll zu gleichen Teilen der Hospizarbeit und der Korbacher Tafel zugutekommen.

Traditionell heißen die Weihnachtsfreunde bei der Feier auch die neuen Sänger willkommen: Dies waren aktuell Ben Backhaus und Robin Richter-Schluckebier unter den Kindern sowie bei den Erwachsenen Philipp Hiller und Jürgen Saure. Als „Aufnahmeprüfung“ mussten sie das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ singen. Stephan Rückert, der bei den Weihnachtsfreunden in musikalischer Hinsicht den Ton angibt, und Sprecher Hermann Küthe hatten keine Einwände. Küthe überreichte den vier Neuen ein Heft mit Liedern und Erzählungen rund um das Christkindwiegen. Mit dem Waldecker Lied und Wünschen für ein gesegnetes Fest und ein glückliches neues Jahr gingen die Weihnachtsfreunde auseinander. Erst in einem Jahr treffen sie sich wieder - dann werden die Gesänge wieder vom Turmumgang aus zu hören sein.

Letzte Änderung amDonnerstag, 24 Dezember 2015 12:07
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